Finalistinnen zur Wahl der 60. Deutsche Weinkönigin stehen fest

Die Anspannung stand den 13 jungen Kandidatinnen für das Amt der 60. Deutschen Weinkönigin am Samstagnachmittag in Neustadt an der Weinstraße deutlich ins Gesicht geschrieben. Nach aufregenden zehn Minuten, die jede von Ihnen unter der Leitung von SWR-Moderator Holger Wienpahl in der Fachbefragung geprüft wurde, vergingen für sie noch einmal schier endlose Minuten, bis schließlich gegen 17:00 Uhr die Stimmzettel der Jury ausgezählt waren.
 

df8606d7-79d8-cc11-68fe-5f865f440fd3Noch nie sei das Feld der Kandidatinnen bei der Wahl so nah zusammen gewesen, sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI), Monika Reule, nach der Entscheidung. Sie alle hätten es verdient, die 60. Deutsche Weinkönigin zu werden. Durchsetzen konnten sich schließlich die Bewerberinnen Marlies Dumbsky (Franken), Irene Grusla (Sachsen), Michaela Hans (Rheingau), Andrea Köninger, (Baden), Sarah Schmitt (Nahe) und Christina Wagner (Mittelrhein).

Nach der Ergebnisverkündung fielen sich die Finalistinnen auf der Bühne begeistert in die Arme und nahmen auch von den ausgeschiedenen Kandidatinnen herzliche Glückwünsche entgegen. Die Siegerinnen werden am kommenden Freitag erneut im Saalbau in Neustadt ihr Fachwissen, ihre Schlagfertigkeit, Souveränität und ihren Charme unter Beweis stellen.

Die Reihenfolge, in der die Anwärterinnen zur Vorentscheidung vor die Jury traten, wurde vorab von der amtierenden Deutschen Weinkönigin Evelyn Schmidt ausgelost. Nach einer kurzen Vorstellung in Filmportraits und Interviews galt es für die Fachfrauen dann, vielseitige Fragen aus Weinbau, Kellerwirtschaft und Weinmarketing zu beantworten. Beispielsweise wie lange ein Wein nach dem Öffnen haltbar ist oder wie Weinliebhaber in einer Stadtwohnung ohne Keller ihre Tropfen lagern können. Dabei kam auch eine kleine Portion Glück ins Spiel, denn die Kandidatinnen zogen selbst die entscheidenden Fragen aus Lostrommeln.

Eine besondere Aufgabe bekamen die Kandidatinnen im letzten Teil ihrer zehnminütigen Präsentation. Auf Englisch beschrieben sie touristische Highlights einer deutschen Weinbauregion und die Besonderheit einer bedeutenden Weinstadt in diesem Gebiet, gaben Tipps für Ausflüge und luden zum Probieren des ein oder anderen Schlückchens beim Winzer ein. Auch wenn es sich bei keiner der Regionen um die Heimat der jungen Frauen handelte, machten sie mit großem Charme viel Lust auf einen Besuch.

Ein Regal mit 25 weintypischen Gegenständen stellte zudem das Kurzzeitgedächtnis der Weinköniginnen auf die Probe. Dort versammelte sich eine Dekantierkaraffe neben einer Rebschere, standen Federweißer bei Korkenziehern und einem Rüttelpult für die Sektherstellung. Die Damen mussten sich in 15 Sekunden möglichst viele Dinge merken und eines davon detailliert beschreiben.

ab50377d-94cc-c11c-4d27-b55f440fd334So erfuhren die Herren im Neustadter Saalbau von Christina Wagner vom Mittelrhein unter anderem, dass die gegen den Traubenwickler eingesetzte Verwirrungsmethode auch auf sie übertragbar ist. Schließlich geschehe es auch in der Männerwelt immer wieder, dass ein Mann vom Parfum vieler Frauen um ihn herum vollkommen verwirrt sei. Genauso gehe es auch dem Traubenwickler, wenn er das Pheromon wahrnehme und dann seine Weibchen nicht mehr fände.

Die badische Kandidatin kam dank ihrer Schuhe in die Endrunde. Diese seien so etwas wie ein Glücksbringer, nachdem sie bei einem ihrer Repräsentationstermine als Weinkönigin mit einer Schraube repariert wurden, da der Absatz unmittelbar vor dem Eröffnungswalzer abbrach. In der Fachprüfung überzeugte sie die Jury unter anderem mit der kompetenten Antwort auf die Frage, was der viel zitierte Begriff Terroir genau bedeute.

Marlies Dumbsky aus Franken bot freimütig an, auch französische Touristen in deren Muttersprache von den Vorzügen der Pfalz zu überzeugen, bevor sie in perfektem Englisch von Neustadt an der Weinstraße und dessen Umgebung schwärmte. Außerdem erläuterte sie, mit welchen Arbeiten im Weinberg der Winzer die Weinqualitäten beeinflussen und verbessern kann oder dass man eine geöffnete Flasche Wein nach ein bis zwei Tagen trinken solle – schließlich schmecke ein Wein frisch immer am besten.

Ihre große Überzeugungskraft in Sachen Wein hatte Michaela Hans aus dem Rheingau bereits vor der Auswahlshow bewiesen. Sie hat bereits ihren Vater, einen passionierten Biertrinker, von den Vorzügen des Weins überzeugt. Die Jury war von ihrem überzeugenden Auftritt und großen Fachwissen in Sachen Primäraromen, Rüttelpult und der Bedeutung des Tourismus im Weinmarketing begeistert.

Irene Grusla aus Sachsen erläuterte dem Publikum die Bedeutung des Weinetiketts für den Einkauf und gab Tipps zu dessen Gestaltung. Von den Gegenständen aus dem Weinregal, bekam sie eine Mostwaage zugelost, dessen Funktionsweise die sächsische Weinkönigin in vielen Details erklärte.

Viel Fachwissen brachte auch Sarah Schmitt von der Nahe in die Veranstaltung des DWI. Sie informierte souverän über Deutschland als „Cool Climate-Anbaugebiet“ und erklärte überzeugend weshalb man Rotweine dekantieren sollte und was es mit dem Federweißen auf sich hat.

Es bleibt spannend, wie sich die sechs Bewerberinnen in der Krönungsgala am kommenden Freitag ab 20.15 Uhr im SWR-Fernsehen live präsentieren werden. Live-TV-Erfahrung können die Finalistinnen bereits vom 6. bis 8. Oktober sammeln, wenn sie jeweils zu Zweit ab 16:00 Uhr in der SWR-Sendung „Kaffee oder Tee“ vorgestellt werden.

Hier  finden Sie das Gruppenbild zum Download.

Bildunterschrift: Unser Bild zeigt von links, hinten Christina Wagner (Mittelrhein), Andrea Köninger (Baden), Marlies Dumbsky (Franken) und Michaela Hans (Rheingau); vorne: Irene Grusla (Sachsen) und Sarah Schmitt (Nahe)


 
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