Abschied von drei starken Frauen

Alle Jahre wieder bei der Wahl der neuen Deutschen Weinkönigin liegen Willkommen und Abschied nahe beieinander. Während das eine Team auf ein ereignisreiches Jahr im Dienst der deutschen Winzer zurückblickt, wissen sechs Kandidatinnen noch nicht, ob sich ihre Welt am Ende des Finales nicht gänzlich umkrempeln wird. So war es auch dieses Mal wieder.
 
Mandy Großgarten: Traumkönigin für den Deutschen Wein

Die 23-jähhrige von der Ahr ließ schon gleich nach ihrer Wahl den Saal staunen. "Egal, wo Sie in dem Jahr hinkamen, Sie erzeugten mit ihrem Fachwissen und ihrer Ausstrahlung eine Woge der Begeisterung", sagte DWI-Chefin Monika Reule bei der Verabschiedung am Freitagabend in Neustadt. Rund 200 Termine bewältigte Großgarten, die Palette reichte vom Weinfest über einen Termin mit dem Bundespräsidenten bis hin zu den Auslandsreisen nach Dubai, Japan, Venezuela und China.

Mandy verzauberte Thomas Gottschalk bei Haribo, verwandelte eine Kochshow in eine Weinshow und bekehrte Edmund Stoiber zum Wein. "Danke, dass Sie ein Jahr lang den Deutschen Wein so leidenschaftlich und professionell präsentiert haben", sagte Reule: "Sie waren für die gesamte deutsche Weinwirtschaft eine Traumkönigin."

Mandy selbst schwärmte von den herzlichen Begegnungen, beeindruckend schönen Orten und  unvergesslichen Momenten in ihrem Amtsjahr. Als Mandy und ihre zwei Weinprinzessinnen auf einem Termin alle in Rot erschienen, war das "Team Rot" geboren: "Wir verstanden uns bestens – bis in die frühesten Morgenstunden", berichtete Mandy. Dieses Teamgefühl habe die drei Weinmajestäten nicht nur auf der Bühne stark gemacht: Ob beim Fallschirmsprung aus 4000 Meter Höhe oder beim Rheingau-Triathlon – das Team Rot war unschlagbar.

Ein Jahr lebte Mandy aus dem Koffer, lernte quer durch die Republik Sehenswürdigkeiten, Spezialitäten, Terroir und Lebensart der 13 deutschen Weinanbaugebiete kennen. Dabei waren so ungewöhnliche Orte wie eine Weinprobe in einer Kirche in Bacharach oder in der Gondel  Nummer 17 auf der Bundesgartenschau in KO. Überrascht wurde sie auch von Vinotherapie an der Nahe oder einem 1961er Eiswein in Rheinhessen. Die Berliner wiederum begeisterten Mandy mit ihren liebevoll gestalteten Weingärten als Schwester zum Biergarten,

Ihre Erkenntnis nach einem bewegten Jahr: "Wein machen, das ist nicht nur Handwerk und Beruf, sondern Leidenschaft und Berufung." Und dem neuen Majestäten-Team konnte sie auch einen Tipp mitgeben: "Wir versprechen Euch eine unvergleichliche Zeit", sagte Mandy, denn "die Realität ist immer noch fantastischer als die Phantasie."

Katja Bohnert (links): Die Feuerwehr-Prinzessin

Die 21-jährige Weinprinzessin aus Baden hatte wahrhaft ein belebtes Amtsjahr: Katja wurde vom Deutschen Weininstitut oft in letzter Minute auf Termine geschickt. "Sie waren wahrhaftig eine Feuerwehr-Prinzessin", sagte DWI-Chefin Monika Reule bei der Verabschiedung am Freitagabend in Neustadt: "Ihnen haben wir als Deutsche Weinprinzessin viel zugemutet." Gemeistert habe sie dies Dank ihrer enormen Flexibilität und Einsatzbereitschaft. Diese Flexibilität "hat Ihre gesamte Amtszeit ausgemacht", dazu ihr beinahe unheimliches Fachwissen, ihre Natürlichkeit und ihre Begeisterung für den Deutschen Wein. "Sie haben den Deutschen Wein in einer Art repräsentiert, die ihresgleichen suchte", betonte Reule.

Melanie Unsleber (rechts) – die Unkomplizierte

Auch die 25 Jahre alte Fränkin Melanie Unsleber hat ein turbulentes Jahr hinter sich: Ob in Toronto ode rin den USA auf der Riesling & Co. World Tour, "Sie haben Fachleute vom Deutschen Wein überzeugt", sagte Monika Reule. Einen echten Schreck aber gab es bei der Reise nach Japan: Melanie hielt sich gerade in Tokio auf, als der Tsunami über das Land hereinbrach und das Atomkraftwerk in Fukushima verwüstete. Melanie kam heil zurück – und meisterte auch einen besonderen Einsatz in Hamburg – als sie mit der Travestiekünstlerin Olivia Jones auf der Bühne stand.  "Ihr Zupacken, Ihre enorme Professionalität und Unkompliziertheit, die haben das Jahr ausgemacht", betonte Reule: "Es ist Ihnen definitiv gelungen, noch mehr Menschen vom Deutschen Wein zu überzeugen."


 
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